Glück fangen vs. Glück finden

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Glück fangen vs. Glück finden

Menschen hasten durch ihren Tag, streben nach Erfolg, lechzen nach Besitz, rennen durch ihr Leben auf der Suche nach dem Glück.
Jeden Tag treffe ich Menschen, neue und bekannte, alte und junge, langsame und schnelle, unglückliche und … glückliche?

Jeden Tag nutze ich diesen kurzen Augenblick des aneinander vorbei Gehens, um dem Menschen ins Gesicht zu schauen. Ja, auch manchmal nur der Moment, den ich neben einem Auto an der Ampel stehe. Dieser kleine Moment einander zu sehen,  die Seele in seinen Augen zu sehen, auf der Suche nach dem Glück darin. Aber was ich oft sehe, sind leere Hüllen, tote glanzlose Augen, eingefallene Wangen, hängende Mundwinkel und Gestalten ohne Energie. Was ich oft sehe ist Angst, Trauer, Ziellosigkeit, Sorgen, Wut, Scham,  Schuld oder Gier.

Was ich in diesem Moment denke? „Es gab eine Zeit, da warst ich auch eine dieser leeren Hüllen. Bin durch mein Leben gerannt auf der Suche nach, ja nach was eigentlich? – Meist nur auf der Suche nach dem Feierabend, dem Wochenende oder dem nächsten Eingang auf  meinem Girokonto. Auf der Jagd nach dem vermeintlichen Glück. Ich habe geglaubt, dass ich das Glück einfangen kann, wenn ich nur schnell genug renne.“

Heute, heute ist alles anders. Heute habe ich verstanden, dass sich das Glück nicht fangen lässt. Heute habe ich verstanden, dass Besitz, Verbindlichkeiten wie ein Haus oder Geld kein Glück bringen. Heute habe ich verstanden, je langsamer ich gehe, umso mehr geniesse ich Glück und Erfüllung im Moment.

Jahrelang habe ich danach gestrebt was andere haben, schon als Kind habe ich immer danach geschaut was andere besitzen. Ich habe das Leben bewertet, nach Besitz und Geld. Bin gehastet von einem Job zum nächsten, habe zeitweise drei Jobs gleichzeitig ausgeübt. Dazu allein erziehende Mutter mit einem kleinen Jungen im Kindergartenalter. Es ging tagtäglich in meinem ganzen Leben einzig und allein um Geld. Es ging tagtäglich darum, meiner Familie, meinen Eltern und allen die mich kannten, zu beweisen was ich schaffen kann. All meine Gedanken drehten sich tagein und tagaus darum, wie ich das beste Leben haben könnte. Wie ich das erreichen könnte, was andere haben. Grosse Autos, schöne Häuser, traumhafte Reisen, Shoppingtouren. Ständig drehte sich in meinem Kopf alles nur um eines, die Angst. Die Angst es nicht zu schaffen, die Angst alles zu verlieren was ich hatte, die Angst zu versagen, die Angst nicht genügend Geld zu haben, die Angst allein zu sein. Und die Angst niemals dieses schöne Leben zu führen, was all die Menschen um mich herum hatten.

Ich rannte über Jahre dem hinterher, auf das wir von klein auf an programmiert werden. Ich rannte dem hinterher, was wir in Fernsehen, Radio und Hochglanzmagazinen als Glück präsentiert bekommen. Unser System betet vor wie wir leben sollen, zeigt unseren Kindern, dass das es wichtigste ist, still zu sitzen, kleinlaut zu sein, niemals der Stimme deines Herzens zu folgen. Kindern wird mit Eintritt in den Kindergarten alles genommen was uns Menschen so einzigartig macht, mit nur einem Ziel, das wir in das Raster passen. Kinder haben etwas, was viele Erwachsene vergessen haben, die innere Stimme, das Bauchgefühl, die Intuition und wir Erwachsenen haben ein System erschaffen, das ihnen das aberzieht.

Ich bin diesen Illusionen, diesem System ebenso hinterhergerannt. Gegen die Stimme meines Herzen, gegen meine Intuition, bis zum Ende, dem Burnout. Als kleine Vorbotschaft wurde mir schon Jahre vorher eine Herzmuskelentzündung geschickt. Warum? Weil mein Leben, mein Alltag nur aus Angst bestand. Angst nicht richtig zu sein, nicht dem gerecht zu werden, was mein Umfeld, was das System erwartet. Ich bin permanent über mich selbst hinweg gegangen, ohne meinen Bedürfnissen Chancen zu geben. Diese Botschaft einer Krankheit habe ich natürlich überhört. Ich war nicht im Geringsten in der Lage zu zuhören. Ich rannte weiter unter dem Steuer der Angst.

Die nächste Station war dann der Burnout. Liebevoll gezüchtet über viele Jahre. Gehegt und gepflegt mit allem was er so mit sich brachte. Tränen, Trauer, Wut, Aggression, Angst und pure Panik. Immer wieder haben wir beide uns intensiv ausgetauscht in schwersten Panikattacken. Über viele Jahre ist mir mein Burnout nicht von der Seite gewichen. Warum auch, ich habe ihn doch so liebevoll umsorgt, in dem ich immer so weiter machte, wie all die Jahre zuvor auch.

Ich rannte durch mein Leben als leere Hülle, mit toten glanzlose Augen, eingefallenen Wangen, hängenden Mundwinkeln, als Gestalt ohne Energie. Ich war voller Angst, Trauer, Ziellosigkeit, Sorgen, Wut, Scham,  Schuld und Gier.

Und eines Tages begann ich zu erkennen, ich begann zu zuhören, begann hinzuschauen, besonders da, wo ich tief verletzt war. Und ich begann zu lesen in all dem was bisher war. Ich suchte neue Wege und fand neue Wege, mich selbst und mein wahres Ich zu erkennen. Und mit dieser Reise kam auch mein Glück und die Erfüllung. Denn es war alles längst da, all die Jahre, von Kindesbeinen an – in mir.

Die meisten Menschen rennen ihr ganzes Leben Materiellem hinterher, auf der Suche nach ihrem Glück. Und wenn sie es dann endlich haben, das schicke Auto, das grosse Haus die Traumreise, die teure Uhr, erst dann merken sie, dass es das nicht war, das Glück. Und schon sind sie wieder am jagen, nach dem nächsten vermeintlichen Glück in ihrem Leben.

Heute ist das grösste Ziel für mich – Menschen glücklich zu machen. Mit meiner Geschichte diese Welt ein Stück aus  den Angeln zu heben. Raus aus dem Schlaf der Machtgier, der Geldgier, der Angst, der Wut, der Gewalt und dem Neid. Heute ist es das grösste Ziel für mich, mit meiner Stimme ein Stück mehr Liebe in diese Welt zu bringen und den Menschen ein bisschen Glanz in die Augen zu zaubern.

Glück lässt sich nicht jagen und schon gar nicht fangen, es lässt sich nur erkennen, in dir.

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